5. Vorbericht Jubiläums-Chronik – 100 Jahre Schwingklub

Der 5. Bericht aus unserer Jubiläums-Chronik, welche wir in losen Abständen auf unserer Homepage publizieren, ist dem Festsieger vom Innerschweizerischen Schwingfest 1979 in Unterägeri gewidmet.

Die Karriere des Ausnahmeschwingers und Publikumslieblings Hans Schnider
Anfangs der 70er-Jahre machte mit Hans Schnider ein neuer Hoffnungsträger des Schwingklubs Rothenburg und Umgebung mit seinen Erfolgen im Sägemehl auf sich aufmerksam. Der älteste Sprössling der Familie Schnider-Rölli von der Ottenrüti in Rothenburg sah sich schon früh zum Schwingsport hingezogen. Sein Onkel Anton Rölli als Kranzschwinger und seine Jungschwingerkollegen Hanspeter Aregger und Rico Kümin haben ihn dabei kräftig unterstützt. Im Schwingkeller der Schulanlage Konstanz in Rothenburg konnte er sich ein solides Aufbautraining aneignen. Schon bald wurden die schwingerischen Fähigkeiten des kräftigen Burschen erkannt.
Bei der Teilnahme an Jungschwingertagen zeigte er sein Können erstmals vor interessiertem Publikum. Am Jungschwingertag 1972 in Emmenbrücke konnte er sich bereits im 3. Rang platzieren. Ebenfalls 1972 holte er sich am Melchsee-Frutt-Schwinget den 5. Rang. Nach diesen ersten Erfolgen begann für Hans Schnider eine intensive schwingsportliche Aktivität. Bereits im Jahre 1974 errang er am Melchsee-Frutt-Schwinget seinen ersten Festsieg.
Sein erster Kranzerfolg konnte er 1975 mit dem 3. Rang am Luzerner Kantonalen Schwingfest in Willisau feiern.1976 kam Hans erstmals an einem Innerschweizerischen Verbandsanlass zu Kranzehren und platzierte sich in Muotathal im 6. Rang. Im gleichen Jahre erzielte er am Unspunnen-Schwinget den ehrenvollen 9. Rang.
Die Folgejahre waren geprägt von einer eindrücklichen Erfolgsserie. Hans war ein fleissiger Wettkampfteilnehmer – nicht nur an Kranzfestanlässen, sondern auch an unzähligen Regionalfesten.
Über Jahre hinweg war Hans einer der erfolgreichsten und beliebtesten Schwinger in der Innerschweiz und neben Heinrich Oswald auch der einzige Vertreter des Schwingklubs Rothenburg und Umgebung, der bisher an einem „Innerschweizerischen“ obenaus schwang. Dieses Kunststück gelang dem populären Sennenschwinger 1979 in Unterägeri. Jeder Veranstalter freute sich jeweils über Hans Schniders Teilnahme. Das Publikum liebte seine angriffige Schwingweise sowie seine sympathische Art im und ausserhalb des Sägemehls.
In seiner Buchausgabe über das Innerschweizerische Schwingfest in Unterägeri bezeichnet Andreas Iten den Festsieger als bärenstarken Burschen und als schwingerisches Naturtalent. Im Schlussgang stand ihm sein Freund Franz Schöpfer, Schüpfheim, gegenüber. Nach einem unerbittlich harten Zweikampf genügte Hans Schnider dank seinem Punktevorsprung der unentschiedene Ausgang zum Festsieg. Grosse Freude herrschte auf dem Festplatz und eine ebenso herzliche Feststimmung beim feierlichen Empfang in seiner Wohngemeinde Rothenburg.
In der Zeitspanne von 1975 bis 1984 resultierten für Hans Schnider insgesamt 33 Kränze, der allererste und letzte an einem Kantonalschwingfest. Bei seinen neun Teilnahmen an Kantonalen war er nie schlechter als im vierten Rang klassiert. Zweimal sogar, 1982 in Hochdorf und 1983 in Menznau, holte sich Hans Schnider den kantonalen Festsieg. In Hochdorf stand Hans mit seinem früheren Klubkollegen Rico Kümin im Schlussgang. In der fünften Minute setzte Kümin zu einem zaghaften Schlungg an, der von Hans abgefangen wurde. Somit durfte er den prächtigen Muni namens „Sieger“ mit nach Rothenburg nehmen. Für Hans war der Sieg an einem Kantonalen Schwingfest längst fällig gewesen.
Bemerkenswert und wohl einmalig sind seine acht Kranzerfolge in Serie an den Innerschweizer Verbandsanlässen von 1976 bis 1983. Darunter finden sich ein zweiter Rang 1978 in Willisau, die Schlussgangteilnahme 1982 in Alpnach und als Höhepunkt natürlich der Festsieg 1979 in Unterägeri.
Bei seiner Teilnahme an drei Eidgenössischen Schwingfesten verpasste Hans Schnider teils nur äusserst knapp einen Kranzerfolg. Eine Spitzenleistung gelang ihm am Unspunnen-Schwinget 1981, wo er sich den 2. Rang erkämpfen konnte. Mit dem Gewinn sämtlicher Bergfestkränze und zweiten Plätzen am Berner Kantonalen von 1978 und am Südwestschweizerischen von 1980 in Lausanne im Schlussgang mit Ernest Schlaefli, darf sich die stolze Erfolgsbilanz mehr als nur sehen lassen.
Ab 1975 stellte Hans Schnider seine schwingsportlichen Erfahrungen dem Schwingklub Rothenburg und Umgebung vorerst als 2. und dann ab 1977 bis 1986 als 1. technischer Leiter zur Verfügung. Von 1986 bis 1989 amtete er als Kassier des Schwingklubs. Von 1989 bis 1994 präsidierte Hans Schnider mit seiner stets loyalen Art den Schwingklub Rothenburg und Umgebung und vertrat diesen in den fünf Jahren im Kantonalvorstand.
Als Vater von drei Kindern bewirtschaftete Hans mit seiner Frau Erika den Landwirtschaftsbetrieb Ottenrüti bis zur Hofübergabe im Jahre 2015 an seinen Sohn Hanspeter, der ebenfalls ein erfolgreicher Schwinger war.
Hans Schnider wird in die Geschichte der erfolgreichsten Schwinger des Schwingklubs Rothenburg und Umgebung eingehen. Sein Leistungsausweis im Schwingsport wie auch bei seiner Vorstandstätigkeit und in verschiedensten OK-Funktionen von Verbandsanlässen wurde mit der Ehrenmitgliedschaft beim Schwingklub Rothenburg und Umgebung, beim Luzerner Kantonalen Schwingerverband und beim Innerschweizerischen Schwingerverband gewürdigt.
Die nachfolgende Übersicht über die Kranzerfolge von Hans Schnider an Kranzschwingfesten wie auch über seine Festsiege an Regionalschwingfesten ist bestes Zeugnis für seine äusserst erfolgreiche Schwingerlaufbahn.

Jubiläums-Chronik
Die Auflistung aller Kranzerfolge und Festsiege von Hans Schnider kann man in der Jubiläums-Chronik, 100 Jahre Schwingklub Rothenburg und Umgebung nachlesen.
Die Chronik wird an der Jubiläums-Feier vom 21. September 2019 präsentiert und anschliessend an interessierte Schwingerfans verkauft. Details über den Verkauf der Jubiläums-Chronik werden zu einem späteren Zeitpunkt auf der Homepage publiziert.