Guta-Preis 2008

Würdigung der Guta-Preisträger 2008 von der KKK Rothenburg

Brienzer, Hüfter, Buur, Wyberhaagge, Lätz, Kurz – wir sind in der Welt des Schwingens gelandet. Und mit dieser Sportart eng verbunden sind auch unsere beiden Guta-Preisträger 2008 Walter Kammermann und Christian Durscher, Jungschwinger-Trainer und -Betreuer beim Schwingklub Rothenburg.

«Entschlossenheit und Durchhaltewillen bringen dich mit gesundem Selbstbewusstsein an dein Ziel.»

Sport spielt im Sozialisationsprozess Jugendlicher eine wichtige Rolle: Ehrgeiz und Selbstbewusstsein, Durchhaltewille und Zielausrichtung, Freude am Sieg, aber auch Niederlagen akzeptieren, Teamfähigkeit und Kameradschaft erleben sind wichtige Bestandteile. 

Doch dazu brauchen die Jugendlichen Betreuer, Begleiter, die sie in der Zielerreichung unterstützen, fördern, aber auch fordern. Coaching würde man das im modernen Business-Jargon nennen. So ein Coaching zu übernehmen, fordert ein grosses Engagement, eine hohe Zeitinvestition, aber vor allem eine Vision und viel Freude am Umgang mit jungen Menschen. Und vor allem Glaube und Vertrauen, den Jugendlichen was mitzugeben, das ihnen hilft, das Leben sinnvoll gestalten zu können und zu wollen.

Walter und Christian gehören zu dieser Sorte Menschen. Und dass das, was die beiden – wie ich aus dem Gespräch mit ihnen gemerkt habe – als selbstverständlich empfinden, nicht einfach eine Selbstverständlichkeit ist, sondern dieses ausserordentliche Engagement eine Gemeinde bereichert, diese Jugendförderung Auswirkungen auf Gestaltung der Zukunft hat: das wollen wir mit der Verleihung des Gutapreises an die beiden aufzeigen.

«Schwingen ist ein faires Kräftemessen. Am Anfang und Ende eines Ganges reichst Du deinem Gegner die Hand.»

Unsere beiden Preisträger übten und üben ihr Amt als Jungschwinger-Trainer und -Betreuer seit Jahren sehr zeitintensiv und mit Leib und Seele aus. Beide sind höchst engagierte Trainer, die mit viel Liebe und Hingabe diese traditionelle Schweizer Sportart am Leben erhalten. Walter und Christian setzen dabei viel ihrer Freizeit für die Betreuung der Nachwuchskräfte ein. «Die Jugendlichen brauchen neben den wöchentlichen Trainings eine intensive Betreuung. Mit den mehr als ein Dutzend Schwingfeste und den zusätzlichen Wochenenden sind wir beide so pro Jahr rund 20 Wochenende für die Nachwuchsschwinger unterwegs.»

Sowohl Walter wie Christian haben auch eine Schwingerlaufbahn vom Nachwuchsschwinger an durchlebt, wenn sie wohl auch nicht gerade zu den «Bösen» zählten, wie die besten Schwinger bezeichnet werden. Auch sie lernten über Siege und Niederlagen Freude und Leid kennen und können sich so sehr gut in ihre Schützlinge einfühlen. „Schwingen ist für mich eine Lebensschule: man lernt zu gewinnen und zu verlieren und anerkennen, dass der Gegner besser ist“, meint Walter Kammermann.

«Kameradschaft ist uns sehr wichtig. Guter Teamgeist und die Freude am Sport stehen bei uns im Vordergrund.»

Auf der andern Seite, und das bestätigen beide, bekommen sie von den Jugendlichen viel zurück. Der hohe Betreuungsaufwand und die gezielte Förderung zahlen sich aus, man sieht die Fortschritte. „Wichtig ist für uns, dass wir das Potenzial jedes einzelnen ausschöpfen können, dass jeder mal eine Auszeichnung erhält. Das sind dann tolle Momente für uns beide, wenn Du das Strahlen in den Gesichtern siehst“, meinen Walter und Christian. «Selber durfte ich schon mehrmals beobachten, wie einfühlsam sie dabei ihre Schützlingen betreuen, Tränen abwischen, sie trösten und vor allem grossartig unterstützen und Ratschläge erteilen», wird ihre Arbeit von einer Mutter eines Jungschwingers gewürdigt.

Die beiden haben sich über die Jahre hervorragend ergänzt. „Walter ist eher der ruhigere Typ, mehr eine Vaterperson. Ich bin eher emotionaler und versuche auch mal direkt im Kampf Einfluss zu nehmen“, so Christian Durscher zum Zusammenspiel der beiden. Der Erfolg dieser professionellen Betreuung liess nicht auf sich warten. Der Schwingklub Rothenburg geniesst auch dank der Nachwuchsbetreuung einen sehr guten Ruf. Am letzten Schnuppertag kamen gegen 20 interessierte Jugendliche. Und in diesem Sinne gilt die Anerkennung, die Walter und Christian mit dem Gutapreis erhalten, auch ein wenig dem Schwingklub selber.